Der Kranich ruft Der Kranich ruft
Chinesische Lieder der ältesten Zeit

Hrsg. von Günther Debon

2003, Ln., 190 S.
€ 18 / sFr 31
ISBN 3-932245-62-8

Textauszug
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Der Übersetzer Günther Debon, geboren 1921 in München, war zwischen 1968 und 1986 Professor für Sinologie in Heidelberg.



Über das Buch

Mit dem ›Kanonischen Buch der Lieder‹ (Schih-ging) beginnt die dreitausendjährige Literatur Chinas, und mit ihr feiert auch die Weltliteratur eine Geburststunde: die des Reimes. Denn mit wenigen Ausnahmen sind die 305 Lieder des Shih-ging, die dem 10. bis 6. Jahrhundert v. Chr. entstammen, gereimt.

Die vorliegende Auswahl enthält aus allen vier Gruppen - den volkstümlichen Liedern »nach Landesart« (Guo-fong), den Kleinen und Großen Festgesängen (Siao-ya und Da-ya) sowie den Hymnen (Sung) - Gedichte, dia auch dem deutschen Leser ohne größeren Kommentar und historisch-geographische Vorkenntnisse verständlich sind.

70 der Übersetzungen von Günther Debon erscheinen hier zum ersten Mal.


Textauszug:


Ich pflückte Grün

Ich pflückte Grün den ganzen Morgen.
Es füllte nicht die hohle Hand.
Gekraust, geringelt sind die Haare –
Hab mich zum Waschen heimgewandt.

Ich pflückte Blau den ganzen Morgen.
Bring keine Schürze voll nach Haus.
Am fünften Tage wollt er kommen –
Und noch am sechsten bleibt er aus.

Zum Jagen ist er fortgegangen.
Ich hab den Bogen eingehüllt.
Zum Angeln ist er fortgegangen.
Ich hab die Schnüre fein gedrillt.

Was wollt er angeln, als er ging?
Es sind die Karpfen, sind die Schleien.
Die Karpfen sinds, es sind die Schleien:
Ihr Anblick soll mein Herz erfreuen.

© 2003 Elfenbein Verlag

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